Soziale Kompetenz?

Nov 3rd, 2009 | By richie | Category: Allgemein, Beruf, Soziales

Schweigen ist Gold - während der Weiterbildung

Gestern Nachmittag beschäftigte sich (oder uns) der letzte Referent meiner beruflichen Weiterbildungsveranstaltung kurz mit sozialer Kompetenz, genauer hatten wir eine Kleingruppenarbeit, bei der diese Begriffe in Relation zu unserer beruflichen Tätigkeit betrachtet wedend sollten.

Während “meine” Gruppe sich formierte, erste Meinungen verbreitet und Hackordnungen festgelegt wurden, besorgte ich mir eine Tasse Kaffe und versuchte, diesem Gefühl, das der stehende Begriff “soziale Kompetenz” auslöst, ein erkennbares Bild zu geben.

Ich habe diesen Ausdruck schon oft gehört, ihn im Redezusammenhang eingeordnet und im Vortrag verwehen lassen – ich habe mir aber noch nie ein Bild, eine feste Vorstellung davon gemach.

Wikipedia sagt dazu:

Soziale Kompetenz, häufig auch Soft Skills genannt, bezeichnet den Komplex all der persönlichen Fähigkeiten und Einstellungen, die dazu beitragen, individuelle Handlungsziele mit den Einstellungen und Werten einer Gruppe zu verknüpfen und in diesem Sinne auch das Verhalten und die Einstellungen von Mitmenschen zu beeinflussen. Soziale Kompetenz bezeichnet somit die Gesamtheit der Fertigkeiten, die für die soziale Interaktion nützlich oder notwendig sind.

In der Literatur werden Softskills gerne als “weiche Fähigkeiten und Fertigkeiten” bezeichnet

Es geht also um meine Fähigkeiten, meine Werte in den bestehenden Werten und Vorstellungen einer Gruppe aufgehen zu lassen und damit (Hallo, Herr Heraklit: „Wir steigen in denselben Fluß und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht.“) die Gruppenwerte zu verändern.

Gekürzt: Wie manipuliere ich mit bestmöglicher Wirkung.

Ja, das klingt jetzt etwas negativ, aber es muss wohl etwas gutes sein, denn ich will ja nur der Gruppen bestes :-) Und klar, ich muss hier moralinsaure Denkansätze raushalten, es geht nicht um “Gut” und “Böse” sondern um “nützlich” und “schädlich”, z.B. in der Haltungsänderung von jugendlichen Kraftfahrern (auf deren Konto ein Unall alle 6 Minuten in Deutschland geht)

Noch anders ausgedrückt: Der Erfolg, meine Vorstellungen anderen aufzuprägen, steigt mit der Qualität meiner Soft Skills.

Wäre es hier nicht toll, wenn der Gesetzgeber Schulungen zur Verbesserung dieser Skills vorschreiben würde, statt mir im Durchschnitt einen Tag pro Jahr mit Erklärungen von Gerichtsurteilen, Ernährungsberatung für Sitzendberufstätige und Verbandsinterna aufs Ohr zu drücken?

Ist die Möglichkeit, eine Gruppe zu etwas unzweckmäßigem zu zwingen auch soziale Kompetenz?

Ja, ich weiß, Späßle gemacht :-)

Das mit der sozialen Kompetenz ist halt so eine Sache: Wenn ich nichtmal weiß, was soziale Kompetenz ist, wie soll ich sie dann haben oder einsetzen.

Auf Werner Stangls Arbeitsblättern kann man einen wesentlich komplexeren Weg sehen, sich diesem Thema zu nähern. Die dort aufgeführten Erklärungen sind so ausführlich, ich glaube, ich habe zwischendurch angefangen zu schielen, als ich die durchlas.

Dazwischen gibt es jede Menge anderer Ansätze bei Tante Google nachzuschlagen.

Kurz und prägnant las sich das bei softskills.com:

SOZIALE KOMPETENZ
Was steckt hinter Sozialkompetenz?

Soziale Kompetenz (Sozialkompetenz) ist Ihre Fähigkeit, souverän, einfühlsam, fair und konstruktiv mit Ihren Mitmenschen umzugehen. Dazu gehört Ihre Teamfähigkeit, Ihre Fähigkeit zu Empathie, d.h. sich in andere hineinzuversetzen und einzufühlen, sowie das konstruktive Lösen von Konflikten. Zu sozialer Kompetenz gehört [...]

Wow. Man, wenn ich als Fahrlehrer sowas habe – dann bin ich eventuell ein toller Typ?

Hast du dich schonmal mit nem Fahrlehrer über Straßenverkehr und Teilnehmer desselben unterhalten? Beim nächsten Mal geh danach nochmal auf die oben verlinkte Seite und schau, ob da Überschneidungen sind.

Tja, entweder die Weiterbildungen sehen zukünftig etwas anders aus oder die DVR-Vordenker müssen sich etwas anderes einfallen lassen.

Softskills sind vielen ganz sicher nicht in die Wiege gelegt. Aber ich bin mir sicher, sie sind erlernbar. Ich wiederhole mich – Softskilltraining in die Weiterbildung. Jetzt.

Links aus dem Text nochmal zum Anklicken

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Author: richie (17 Articles)

richie, Jahrgang 57, Fahrlehrer, Instruktor, Moderator. Mainzer, Motorradfahrer, Leser, Fotografierer. Musik- und Bücherhörer, Zuhörer. Hineindenker, Drumrumdenker, Diagonaldenker, Knotendenker. Netznutzer. Rumsitzer, Rumradler, Rumnörgler. Ahnungloser, Halbwisser, Nachfrager.

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